33 Innovationsmethoden mit Design Thinking – Teil 3

In den Teilen 1 und 2 ging es um die Grundprinzipien und die Prozessschritte im Design-Thinking, welche Sie auch gerne hier nachlesen können:

Teil 1

Teil 2

Heute befassen wir uns mit den Themen Kreativraum schaffen und Spielregeln im Design-Thinking.

 

Kreativraum schaffen

Die Kreativitätskraft von Teams wird durch das Arbeiten in Räumen, die nicht den üblichen Unternehmensstandards entsprechen, gefördert.  

Nicht jeder hat sofort einen solchen Raum zur Verfügung. Wenn es so ist, ist das super und es spricht für sich! Wenn ein solcher Raum fehlt, ist das aber nicht schlimm. Denn für das Design-Thinking gilt: Jeder Ort kann so umgestaltet werden, dass dort kreativ gearbeitet werden kann.

Für die Raumgestaltung oder Raumsuche kann man sich an folgenden Parametern orientieren:

  1. Platz schaffen: Stühle, Tische entfernen
  2. Aktivität unterstützen: Bistrotische, Barhocker
  3. Arbeitsplätze kreieren: Metaplanwände, Whiteboards, Wandfläche mit Packpapier
  4. Auswahl an Materialien: Post-It-Block, Legosteine, Stifte
  5. Viele Fenster / inspirierende Atmosphäre
  6. Musik und gesunde Verpflegung
  7. Anpassung der Räumlichkeiten: Möbel auf Rollen
  8. Digitale Tools: Whiteboards, Abstimmungstools

Darüber hinaus lohnt es sich in der öffentlichen Verwaltung die vorhandenen Netzwerke über die Bürogrenzen hinaus zu nutzen.

Es wird sich sicherlich ein Raum oder eine Kreativitätswerkstatt finden. Vielleicht ein „digital Hub“ der eigenen Stadt, den man mitnutzen darf. Vielleicht ein gerade leerstehendes Gebäude oder eine ganz andere Lösung.

 

Spielregeln

Im Design-Thinking gibt es nicht viele Spielregeln. Das wesentlichste ist das Time-Boxing. Darunter wird eine kurze Zeitfrist (i.d.R. 5 – 10 Minuten) verstanden, um einzelne Aktivitäten umzusetzen.

Vor allem bei der Entwicklung von Ideen fühlt es sich anfänglich etwas ungewohnt an, wenn man unter „Zeitdruck“ arbeitet. Allerdings ermöglicht das Time-Boxing zugleich eine hohe Fokussierung auf das Handeln und dies fördert die Ergebnisfindung.

Daneben gelten die Regeln,

  • möglichst alle Ideen aufschreiben
  • Eine Idee pro Post-It
  • Je mehr Ideen, desto besser
  • „Verrücktes“ erwünscht
  • Ideen anderer gerne weiterentwickeln

Mit der Gestaltung des Kreativraums bzw. der Spielregeln haben wir nun alle Grundlagen zusammen. Im nächsten Teil der Reihe geht es endlich an die Praxis mit der Fragestellung: Welche Methoden ermöglichen es mir zu verstehen, was für die Entwicklung von innovativen Produkten relevant ist?

 

Bis dahin möchten wir Ihnen drei weitere Methoden rund um das Thema Teambuilding vorstellen:

 

1. Lego-Turm bauen

Format: Online

Ziel: Erstes Kennenlernen im Team.

Teilnehmer: 2 - unbegrenzt

Materialien: Je Teilnehmer ein Bausatz an gleichen Lego-Steinen (ca. 40 Teile, möglichst unterschiedlich)

Prinzip: In 5 Minuten baut jedes Teammitglied mit dem Lego-Bausatz einen möglichst hohen Turm. Nach den fünf Minuten erläutert jeder der Teilnehmer seine Bau- und Herangehensweise.

Hinweis: Der Turmbau zeigt schnell auf, in welch unterschiedlichen Weisen man mit den gleichen Voraussetzungen (Bausteinen) einen Turm bauen kann. Jeder Turm steht für die jeweilige eigene Herangehensweise.  

Dauer: 5‘ (Lego-Turm) + 2‘ (Vorstellung Turm je Teilnehmer)

 

2. Stärken und Ziele – System

Format: Online oder Präsenz

Ziel: Ein gemeinsames (emotionales) Ziel erarbeiten. Stärken im Team Kennenlernen.

Teilnehmer: 2 – 10

Prinzip: Jeder Teilnehmer schreibt für sich drei Ziele zur Frage „Welche Ziele sollen mit dem Team erreicht werden?“ sowie 5 Stärken zur Frage „Was sind deine persönlichen Stärken, die einen Nutzen für die Ziele haben?“ auf.

Hiernach sucht jedes Teammitglied das für sich wichtigste Ziel aus und unterstreichen die 2 persönlichen Stärken, die für das Erreichen des wichtigsten Zieles am wertvollsten sind.

In der Gruppe stellt jeder seine Ergebnisse vor. Das jeweils wichtigste Ziel wird auf einem Post-It bzw. Whiteboard übertragen.

Die Teilnehmer werden nun in Gruppen aufgeteilt (3 – 5 Teilnehmer), um aus den gesammelten Einzelzielen ein übergeordnetes Ziel aufzuschreiben. Danach präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse und es wird versucht, hieraus ein finales Ziel für das gesamte Team zu formulieren.  

Hinweis: Es geht bei dieser Übung darum, ein übergeordnetes emotionales Ziel (miteinander wachsen, Spaß haben, Neues entwickeln) zu entwickeln. Also ein Ziel, welches im Miteinander bzw. durch die Workshops im Fokus stehen soll.    

Dauer: 10‘ (Zielfragen) + 10‘ (Vorstellung) + 10‘ (Zielformulierung) + 10‘ (Zielfestlegung)

 

3. Marshmallow-Challenge

Format: Präsenz

Ziel: Arbeiten im Team transparent machen. Vorteile einer iterativen und agilen Arbeitsweise aufzeigen.   

Teilnehmer: 3 – unbegrenzt, je nach Anzahl werden die TN in Gruppen à 3 – 4 Personen aufgeteilt

Materialien: Je Gruppe 1 Marshmallow, 20 ungekochte Spaghetti, 1 Schnur (ca. 2 Meter), 1 Schere, eine Rolle Tesafilm.

Prinzip: In 15 Minuten baut jede Gruppe mit den Materialien einen Turm, auf deren Spitze das Marshmallow stecken muss. Gewonnen hat die Gruppe, mit dem höchsten stehenden Turm. Nach den 15 Minuten erläutert jede der Gruppen seine Kommunikationsform, Bau- und Herangehensweise.

Hinweis: Die Materialien und ihre Eigenschaften sind im Vorfeld nicht bekannt. Da das Marshmallow auf der Spitze der Spaghetti häufig den Turm zum Sturz bringt, gewinnt i.d.R. das Team, welches frühzeitig die Materialien und Lösungsansätze frühzeitig und regelmäßig testet. Je später das Testen geschieht, desto weniger Zeit verbleibt für Anpassungen.  

Dauer: 15‘ (Turmbau) + 10‘ (Review/Feedback)

 

Viel Spaß bei der Anwendung und bis zum nächsten Teil der Reihe!

 

Der Autor

Sven-Steffen Schulz, Projektmanagement KOINNO und Leiter Vergabe Reguvis Fachmedien GmbHSven-Steffen Schulz, Projektmanagement KOINNO und Leiter Vergabe Reguvis Fachmedien GmbH

 

 

 

 

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