33 Innovationsmethoden mit Design Thinking – Teil 2 Prozessschritte des Design-Thinking und Teambuilding-Methoden

Im vorangegangenen Teil der Reihe konnten Sie sich über die Merkmale von Design-Thinking informieren und vielleicht haben Sie auch bereits eine der vorgestellten Icebreaker-Methoden angewendet. Heute geht es um die Prozessschritte des Design-Thinking und Teambuilding-Methoden.

 

Welche Prozessschritte beinhaltet das Design-Thinking?

Der Design-Thinking-Prozess besteht insgesamt aus 6 Schritten. Jeder dieser Schritte ist klar definiert und die ausgewählten Methoden konzentrieren sich ausschließlich auf den ausgewählten Schwerpunkt.

Jeder, der diesen Ablauf bereits durchlaufen hat, wird sagen können „trust the process“, denn die Fokussierung und die Abfolge führt automatisch zu den gewünschten Ergebnissen.

Die Prozessschritte werden dem Problemraum und dem Ideenraum zugeordnet. Ziel des Problem- und Ideenraumes ist es, am Ende ein zentrales Problem bzw. eine darauf passende Idee ausgearbeitet vorliegen zu haben.

 

Problemraum

Der Problemraum besteht aus den drei Prozessen „Situation verstehen“, „Beobachten & Analysieren“ sowie „Anforderungen definieren“.

  1. Situation verstehen: Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis für den Nutzer aufzubauen und zu überlegen, welche Problemstellungen und Herausforderungen dieser hat und die.
  2. Beobachten & Analysieren: In diesem Abschnitt wird Empathie hin zum Nutzer aufgebaut und versucht, die Bedürfnisse zu verstehen. Hier kommen Techniken der Anthropologie und Psychologie zum Einsatz.
  3. Anforderungen definieren: In diesem Abschnitt werden die Informationen aus dem 2. Schritt verdichtet und in eine zentrale Problemstellung umgewandelt.

 

Ideenraum

Der Ideenraum schließt dem Schritt „Anforderungen definieren“ unmittelbar an. Hier sind ebenfalls drei Schwerpunkte festgelegt: „Ideen entwickeln“, „Prototypen bauen“ sowie „Test & Implementierung“.

  1. Ideen entwickeln: Ziel ist es, möglichst viele Ideen rund um die festgelegte Problemstellung zu finden. Hier bedient sich Design-Thinking an einer Vielzahl von über 300 Kreativitätstechniken.
  2. Prototypen bauen: Der Begriff „Prototyp“ wird sehr weit gefasst. Letztendlich kann auch eine Skizze oder ein Comic einen Prototyp darstellen. Ziel ist es, dem Nutzer bereits eine Vorstellung zu geben, wie die Lösung aussehen kann, bevor man mit einem „echten“ Prototyp beginnt.
  3. Test & Implementierung: Der Prototyp wird mit dem Nutzer getestet und es werden weitere Anpassungen vorgenommen, bevor es dann zur Umsetzungsphase und Implementierung kommt.

Das ist auch schon der Rahmen von Design-Thinking. In unserer Reihe werden wir Ihnen in den nächsten Monaten die Schritte und dazugehörigen Methoden im Einzelnen zeigen.

 

Teambuilding-Methoden

Für heute möchten wir Ihnen abschließend drei weitere Methoden zum Teambuilding vorstellen. Unsere Empfehlung ist: Probieren Sie die Methode, die Ihnen am besten gefällt, direkt einmal bis zum Erscheinen des nächsten Newsletters aus.

 

1. Teambuilding – Flugzeugbau-Wettbewerb

Format: Präsenz

Ziel: Zusammenarbeit im Team stärken. Vertrauen im Miteinander aufbauen. Zusammen Spaß haben.  

Teilnehmer: 4 - 12

Dauer: 10 Minuten 

Prinzip: Die Teilnehmer werden in 2’er Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen erhalten jeweils ein DIN-A4-Blatt. Die Challenge ist, dass in 5 Minuten gemeinsam ein Papierflugzeug gebaut wird. Allerdings, ohne miteinander zu sprechen und jeder in der Gruppe darf nur einen Arm (die eine Person links/ die andere Person rechts) verwenden.

Am Ende „gewinnt“ die Gruppe, dessen Papierflieger am weitesten fliegt.

Tipp: Für die Aufteilung der 2’er Gruppen kann man z.B.:

  • Süßigkeiten-Paare in einem Beutel zum Ziehen anbieten
  • Paare mit den jeweils längsten Nachnamen usw. bilden
  • Memory-Karten ziehen lassen 

 

2. Teambuilding – Panflöten-Spiel

Format: Präsenz

Ziel: Teamgefühl auf- und ausbauen. Persönliche Ebene in den Austausch integrieren. Erste zwischenmenschliche Hürden nehmen. 

Teilnehmer: 5 - 12

Dauer: 4 - 12 Minuten (4 Minuten je Durchgang)

Prinzip: Alle Teilnehmer haben die Aufgabe, sich selbstorganisiert, nebeneinander (in einer Reihe) nach vorgegebenen Kriterien aufzustellen bzw. sortieren.

Beispiele:

Bitte stellt Euch nach der Entfernung des Geburtsortes auf. Von dem naheliegendsten Geburtsort, bis hin zu dem am weitesten entfernten Geburtsort.  

Bitte stellt Euch nach der Anzahl an Geschwistern auf. Von der Person mit den meisten Geschwistern, bis hin zu der Person mit den wenigsten Geschwistern.

Bitte stellt Euch nach der Größe auf. Von der kleinsten Person bis hin zur größten.

 

3. Teambuilding – Pendeluhr Teil 1

Format: Präsenz

Ziel: Zusammenarbeit im Team stärken. Vertrauen im Miteinander aufbauen. Zusammen Spaß haben.  

Teilnehmer: 4 - 12

Dauer: 10 Minuten 

Prinzip: Die Teilnehmer werden in 2’er Gruppen aufgeteilt. Möglichst von gleicher Statur. Eine Person ist das Pendel. Diese Person steht gerade und steif wie ein Brett. Die Arme sind am Körper angelehnt. Die andere Person steht zu Beginn vor dem „Pendel“ und hat die Arme ausgestreckt. Das „Pendel“ lässt sich leicht nach vorne fallen, so dass die Person gerade knapp das Gleichgewicht verliert bzw. ins „Fallen“ kommt. Die andere Person fängt das Pendel auf und schiebt es wieder zurück.

Varianten:

  1. Ist das erste Vertrauen aufgebaut, kann man miteinander vereinbaren, dass der Fänger zeitlich später auffängt.
  2. Das Pendel kann sich auch rückwärtsfallen lassen bzw. von Fänger gehalten werden (Achtung: Dies fällt den meisten TN schwerer als vorwärts)
  3. Das Pendel kann zwischen zwei Personen nach vorne und nach hinten fallen lassen.

 

Viel Spaß bei der Anwendung!

 

Der Autor

Sven-Steffen Schulz, Projektmanagement KOINNO und Leiter Vergabe Reguvis Fachmedien GmbHSven-Steffen Schulz, Projektmanagement KOINNO und Leiter Vergabe Reguvis Fachmedien GmbH

 

 

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

Sie möchten diese und andere Methoden praktisch üben und anwenden? Dann melden Sie sich doch zu unserem kommenden Design-Thinking-Workshop an. Wir freuen uns auf Sie!