Die öffentliche Beschaffung kann innovativ sein und ihren Beitrag leisten, um Deutschland langfristig zu einer auf Innovationen ausgerichteten Volkswirtschaft werden zu lassen. Viele öffentliche Institutionen sind bereits heute innovativ und setzen innovative Projekte um, wofür einige mit dem BME/BMWi-Award „Innovation schafft Vorsprung“ ausgezeichnet wurden.

Die öffentliche Beschaffung kann einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Innovationen leisten

Innovationen sind ein zentraler Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Deutschland soll bis 2025 Innovationsnation werden, um dadurch Wachstum und somit Wohlstand und Lebensqualität zu sichern. Dabei spielen Innovationen in allen Politikbereichen eine Rolle. Der Staat hat verschiedene Möglichkeiten, Innovationen anzuregen. Eine davon ist, das Beschaffungsvolumen des Staates von geschätzt 350 Mrd. Euro pro Jahr im Sinne einer nachfrageseitigen Innovationsförderung einzusetzen. Das heißt konkret: öffentliche Institutionen können die dadurch entstehende Marktmacht nutzen, um Innovationen anzuregen und somit neue Märkte zu schaffen. Sollte nur ein Prozent für diesen Zweck eingesetzt werden, macht dies einen Innovationsimpuls von rund 3,5 Mrd. Euro pro Jahr aus – ungefähr genauso viel wie die Investition in Forschung und Entwicklung.

Kreatives Denken, Ideen und Innovationen sind eng miteinander verknüpft

Der Innovation wird also im wirtschaftspolitischen Kontext und innerhalb der öffentlichen Beschaffung eine besondere Rolle zugewiesen. Aber was ist eigentlich eine Innovation? Vielfach wird darunter eine neue Technologie verstanden, was aber zu kurz greift. Am Anfang einer Innovation steht eine Idee, die aus einem kreativen Prozess hervorgegangen ist. Es gibt Methoden wie das Brainstorming bzw. Brainwriting (-> KOINNO-Toolbox) oder Lessons Learned (-> KOINNO-Toolbox), die die Ideenfindung unterstützen. Aus einer Idee wird aber erst dann eine Innovation, wenn sie entsprechend ausgearbeitet in ein neues Produkt, eine neue Dienstleistung, in ein neues Konzept oder auch ein neues Verfahren resultiert (Invention) und sich dieses am Markt bewährt (Diffusion). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Innovation für eine Abteilung, die Institution oder den Markt neu ist.

Es gibt verschiedene Typen von Innovationen

Dementsprechend kann eine Innovation wie folgt definiert werden:

„Eine Innovation ist die Einführung eines neuen oder signifikant verbesserten Produkts (oder auch Dienstleistung), eines neuen Prozesses oder einer neuen Marketing- oder Organisationsmethode in die Geschäftspraxis, die Arbeitsabläufe oder die externen Beziehungen“ (OECD/Eurostat (2005), OSLO Manual: Guidelines for collecting and interpreting innovation data, S. 46, Paris).

Demnach können drei Innovationstypen unterschieden werden:

  • Produkt- oder Dienstleistungsinnovation:
    die Einführung von Waren oder Dienstleistungen, die in ihren Produkteigenschaften oder dem Anwendungsgebiet neu oder signifikant verbessert sind.
  • Prozess- oder Organisationsinnovation:
    die Verbesserung von unternehmenseigenen Prozessen, Strukturen und Abläufen
  • Geschäftsmodellinnovation:
    die Realisierung eines neuartigen Geschäftsmodells oder die neuartige Realisierung eines signifikanten Anteils des bestehenden Geschäftsmodells

BME/BMWi-Award „Innovation schafft Vorsprung“ 2020: Bewerbungsphase gestartet

Der BME zeichnet auch 2020 unter der Schirmherrschaft des BMWi innovative Projekte in der öffentlichen Beschaffung aus. Es wird jeweils ein Preis für innovative Projekte in den Kategorien „innovatives Produkt“ und „Innovativer Prozess“ vergeben. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass die wesentlichen Aspekte eines Projektes auch auf andere Institutionen übertragbar sind.

Die folgenden Preisträger aus der Kategorie „innovatives Produkt“ haben gemein, dass ein innovatives Produkt (und/oder Dienstleistung) beschafft wurde, das bereits im Einsatz ist und sich in finanzieller, prozessualer oder auch anderer Sicht bewährt hat.

Die Preisträger aus den letzten Jahren in der Kategorie „innovativer Prozess“ hatten Projekte umgesetzt, die zu einer Optimierung und Effizienzsteigerung der Beschaffungsprozesse führte.

Matthias Berg, Leiter Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO)

Matthias Berg, Leiter Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO): „Ich freue mich stets, mit dem Innovationspreis spannenden Personen und Projekten die Bühne und somit die verdiente Aufmerksamkeit zu geben. Den Mehrwert aufzuzeigen, den die öffentliche Beschaffung vielerorts generiert und damit der Beschaffung mehr Wahrnehmung, Beachtung und Wertschätzung in den jeweiligen Häusern und durch die gesamte Öffentlichkeit zu verschaffen, empfinde ich als Privileg und ist unser Antrieb für den gesamten Wettbewerb und den Innovationspreis.“

 

Zum Award „Innovation schafft Vorsprung“

 

 

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